60 Jahre Berlinale - Jubiläum eines außergewöhnlichen Festivals

Nun gibt es sie schon 60 Jahre, die Internationalen Filmfestspiele in der Landeshauptstadt, die Berlinale.
11. Februar 2010 (Ganztägig) - 21. Februar 2010 (Ganztägig)
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Hier bangen schon seit Jahrzehnten Schauspieler und Regisseure und erhoffen sich die größte aller Auszeichnungen, den silbernen oder goldenen Bären, die als eine der bedeutendsten Preise weltweit gelten.

Bis zu 400 Filme werden jährlich in verschiedenen Kategorien unter den scharfen Augen einer internationalen Jury geprüft und bewertet und mit mehr als 400.000 Besuchern ist die Berlinale das größte Publikumsfestival der Welt. Wenn auch noch in den Gründungsjahren der Zuschauer aktiv in die Auswahl der Preisträger einbezogen wurde, hat das Festival für den Leinwandfreund immer noch jede Menge zu bieten.

Momentaufnahmen einer doppelten Leinwand – eine Reise durch die Zeit

Seit 1951 findet das große Ereignis schon in Berlin statt, erst im Sommer, dann ab 1978 jeden Februar. Die Idee der Internationalen Filmfestspiele in Berlin - Der Berlinale - geht auf die Initiative von Oscar Martay zurück, einem Film Officer der Militärregierung der Vereinigten Staaten, der die Entwicklung der Filmindustrie in Deutschland förderte und beaufsichtigte. Wenn sie auch als Zeichen der Alliierten zu verstehen war, das geteilte Land nicht aufzugeben, gilt sie heutzutage als eines der einflussreichsten Festivals und zwar gänzlich unabhängig von jeglicher Machtdemonstration.

Schon seit den Gründerjahren wird ein Miniaturwappen der Landeshauptstadt verliehen, der goldene Bär, der nach eine Vorlage von Renée Sintenis geschaffen wurde. In den vergangenen Jahren gab es viele Highlights und experimentelle Filme zu bestaunen, wie etwa den Film "Blue" des Regisseurs Derek Jarmans, der dem Zuschauer 90 Minuten mit einer blauen Leinwand im Kinosaal allein lässt, jedoch mit einer Stimme des aidskranken Regisseurs aus dem Off begleitet, der über den Tod spricht. So ist das Grausame an einem Festival dieser Art, dass man sich auf gar nichts verlassen kann. Jedoch ist ebendies auch der Reiz der Filmfestspiele.

Glorreiche Favoriten segelten aus den Augen der Jury und unbekannte Außenseiter räumten rigoros ab. Doch keine Sorge, auch die bekannten Stars aus Hollywood sind auf den roten Teppichen vertreten und ernten ungewöhnliche Preise, wie etwa Clint Eastwood, der 2007 mit dem "Cinema for Peace Award" ausgezeichnet wurde oder Tilda Swinton, die den Teddy-Award 2008 erhielt.

Das Jubiläum – die 60. Berlinale

Gespannt dürfen die Besucher der 60. Berlinale, die vom 11. bis 21. Februar 2010 stattfindet, aber in jedem Fall sein, denn für außergewöhnliche Überraschungen ist gesorgt. So wird es eine Kür der besten Filme aller Zeiten geben, deren Auswahl der britische Filmkritiker David Thomson vornahm. Laut eigenen Angaben sind aus über 15.000 Filmen nur noch 38 übrig geblieben. Aber kann er es den begierigen Filmfreunden dieser Welt wirklich recht machen, wo doch bekanntlich die eigene Meinung immer im Vordergrund steht. Für Kritik an dieser subjektiven Auswahl ist also gesorgt. Doch auch für die Liebhaber der alten 'Fritz Lang'-Filme gibt es ein ganz besonderes Ereignis, denn es wird eine Uraufführung von Metropolis geben, die es so noch nicht auf den Leinwänden der Welt zu sehen gab. 25 Extraminuten soll es zu bestaunen geben, wenn der ruhmreiche Film am Brandenburger Tor live übertragen wird. Die zusätzliche Spielzeit könnte jedoch auch Zuschauer und Vorführer auf eine spannende Probe stellen, wenn Minusgrade die frostigen Gemüter zermürben.

Im Wettstreit um den Edelbären treten jedoch auch ungewöhnliche Filme an, wie etwa die Verfilmung des Lebens des Graffiti-Künstlers Banksy. Ob das ein Schuss in den Ofen oder der ersehnte Favorit ist, bleibt aber leider bis zur Eröffnung der Festspiele ungewiss. Dennoch ringen in diesem Jahr viele bärenwütige Schwergewichte um die Auszeichnung. Interessant dürften vor allem die Filme 'Shutter Island' mit Leonardo DiCaprio und 'The Ghostwriter' von Roman Polanski sein, die höchstwahrscheinlich außer Konkurrenz laufen, dennoch sei vor jeglicher Prognose gewarnt, denn wenn die Filmfestspiele für eine Tatsache berühmt sind, dann für das Ungewisse, das als Beigeschmack alljährlich das cineastische Erlebnis unterstreicht.

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