Burlington - Mode zwischen gestern und heute

Das britisch klingende Modelabel Burlington wurde Ende der Siebziger gegründet - aber britisch ist es keineswegs. Seine Ursprünge liegen vielmehr in der bayrischen Kleinstadt Immenstadt. Die Idee war jedoch very britisch: Man wollte den klassisch britischen Cottage Style in hochwertige und zugleich alltagstaugliche Kleidung integrieren und neu interpretieren. Heute sind die typischen Socken mit dem schottischen Argyle-Muster und dem kleinen Metallplättchen als Markenzeichen aus den Modeläden nicht mehr wegzudenken. Jeder, der sie einmal getragen hat, kann eine Aussage über den klassischen Stil der Traditionsmarke machen.

Der Name Burlington steht längst für mehr als für ein hochklassiges Sockensortiment. Das etwas angestaubte Firmenimage wurde mit frischen Impulsen aufgepeppt und präsentiert sich nun in neuem Gewand. Die Klassiker mit dem britischen Rautenmuster gibt es natürlich noch immer: Mittlerweile kann man aber auch einfarbige Pullover und Socken erwerben. Eine neue Marketing- und Designphilosophie will ein junges Image vermitteln und den Moderiesen wieder ganz nach vorne bringen. Dem hatte man zuletzt attestiert, etwas altmodisch geworden zu sein! Das ist für ein Traditionsunternehmen das Signal, etwas zu verändern. Ein Modemacher sollte nie in den Ruch kommen, "Retro" zu sein. Der Sturm auf den internationalen Markt begann mit dem Wechsel in ein trendiges Londoner Atelier. Der heimische Firmensitz war plötzlich zu eng geworden. Die britischen Modedesigner Anthony Cuthbertson und Christopher Bailey wurden beauftragt, der Kollektion frischen Wind einzuhauchen. Traditionsbewusstsein ist den Briten nicht fremd, Innovation darf aber auch gerne sein! Man peppte die klassische Produktpalette mit den White Label und Black Label Kollektionen auf.

Das Image der Firma basiert weiterhin auf dem Argyle-Muster - aber eben nicht nur! Man setzt auf trendige Schnitte und starke Farben. Wie bisher, glänzt Burlington mit einem saloppen und individuellen Stil, der aber alltagstauglich und hochwertig bleibt. Tragender Pfeiler aller modischen Details ist und bleibt die Qualität, auf die man im Hause Burlington viel Wert legt. Dieses Augenmerk honorieren die Individualisten unter den Modefans seit Jahren. Die diagonalen Karos sind mittlerweile genau so ein starkes Markenzeichen wie das Krokodil von Lacoste oder das Signet der Camel-Modelinie. Keine Rede mehr vom altbackenen Design! Es kommt eben immer darauf an, wie man eine Sache betrachtet und in Szene setzt! Damit befassen sich jetzt die Fotografen und Manager intensiver. Mode ist nur selten ein Selbstgänger, man muss etwas für ihr Image tun, damit sie an die richtige Klientel kommt.

Burlington hat den Schritt zurück auf die Modebühne zweifellos geschafft und ist international erfolgreich. Dass man noch längst nicht am Ende der Fahnenstange angekommen ist, machen die ehrgeizigen Pläne der Firma deutlich. Der Markenname soll neu definiert werden, indem man ein Gesamtkunstwerk daraus macht. Er soll durch Verbindungen mit Kunst, Design oder Architektur emotional aufgeladen werden. Die neuen Trendläden der Marke sind stilprägend und lässig. Burlington ist eine Trendmarke und vielleicht sogar eine Kultmarke - aber bitteschön mit typisch britischem Understatement für die eigene Bedeutung! Die Revitalisierungskur ist gelungen, der Ausbau der Produktlinien steht jetzt an.

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