Wer oder was ist eigentlich ein Snob?

Als Snob wird ein Mensch bezeichnet, für den wir auch Begriffe wie "blasierter Mensch", "überheblicher Vornehmtuer", "eingebildeter Wichtigtuer" oder "Geck" kennen.
Snob

Dem Snob ist wichtig, alles Interesse auf sich zu lenken, sich selbst ein besonderes Ansehen zu geben und einen hohen persönlichen Rang zur Schau zu stellen. Ein überzogenes Geltungsbedürfnis treibt ihn fast zwanghaft dazu. Für seine Mitmenschen ist ein Snob besonders unangenehm, weil er ein unbändiges Verlangen hat, sich selbst zu erhöhen, indem er andere erniedrigt. Er gibt den Menschen schnell das Gefühl, dass sie es nicht wert seien, seine Aufmerksamkeit zu erhalten, und dass es nichts gäbe, was er nicht schon erlebt hätte.

Die übertriebene Erhebung seiner Person demonstriert der Snob auf verschiedensten Gebieten, beispielsweise durch seinen Lebensstil, sein Verhalten und seine Ansprüche. Ein bekanntes Beispiel ist der "Kunstsnob": er täuscht durch unechte Schwärmerei Begeisterung und mit einstudiertem Halbwissen fundierte Kenntnisse vor. Nicht selten bedient er sich dabei geschwollener und bedeutungsvoller Rede, um seinen außergewöhnlichen Bildungsstand hervorzuheben.

In seinem Zwang, sich originell und individuell zu geben, sondert sich der Snob gesellschaftlich ab und strebt eine exklusive Stellung an. Man kann beobachten, dass er sich dabei schnell in Äußerlichkeiten verstrickt. So kann es vorkommen, dass ein snobistisch geprägter Manager seinen Golfklub, in dem er jahrelang aktives Mitglied war, schlagartig verlässt, weil genau diesem Klub zufällig seine Assistentin beigetreten ist, eine Person, auf die er mit Arroganz herabschaut.

Auf diese Weise kann der Snob eine Wirkung hervorrufen, die in der Wirtschaft als "Snob-Effekt" bekannt ist: Er erwirbt von einem Produkt weniger oder gar nichts mehr, weil auch andere davon kaufen. Umgekehrt kann es sein, dass er von Produkten, die andere weniger kaufen, große Mengen erwirbt.

Die sehr komplexe snobistische Verhaltensweise kann man in vielen sozialen Schichten beobachten. Besonders anfällig ist dafür jedoch die Mittelschicht, wo es dem eigenen Aufstieg manchmal förderlich ist, absichtlich, gekonnt und herablassend Vornehmheit und Überlegenheit zur Schau zu stellen und sich so im Rang zu erhöhen.

Der Begriff "Snob" stammt aus der englischen Sprache, wo er um das 18. Jahrhundert auftauchte. Über die weitere Herkunft des Wortes gibt es nur Vermutungen:

Möglicherweise wurde der Begriff, insbesondere an den Universitäten Cambridge und Oxford, verwendet als ein Namenszusatz, für dessen Bedeutung es bis heute keine gesicherten Belege gibt. Eine Annahme besagt, dass "Snob" auf die Abkürzung "s. nob." zurückgehe. Ausgeschrieben könne das "sine nobilitate" und somit in der lateinischen Sprache "ohne Adelstitel" bedeuten. So könnten damals nichtadelige Studenten der Universitäten benannt worden sein. Eine andere Annahme besagt, dass der Begriff vom schottischen Wort für Schuhmacherlehrling, "snab", stamme. Damit hätte man an den Universitäten Nichtstudenten, wie Dienstpersonal, Gärtner und Köche, bezeichnet.

Ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich der Begriff bis zu seiner heutigen Bedeutung und beschreibt seitdem jene unangenehmen Zeitgenossen, die wir noch heute als Snob kennen.

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