Falco (Johann Hölzel)

Johann "Hans" Hölzel, später bekannt als Falco, wurde am 19. Februar 1957 in Wien geboren. Er war der einzige Überlebende einer Drillingsgeburt und bewies schon früh sein Gespür für die Musik. Mit vier Jahren saß er bereits am Klavier und konnte Musiktitel aus dem Radio nach Gehör spielen und als er viereinhalb Jahre alt war, meldeten ihn seine Eltern in der Musikakademie an. Obwohl er der Jüngste war, wurde er zum Vorspielen eingeladen. Die Professoren nannten ihn einen "kleinen Mozart". 1963, nach seinem ersten öffentlichen Auftritt bei einer schulischen Weihnachtsfeier, wurde er schon als Wunderkind bezeichnet und der Grundstein für eine unvergleichliche Karriere war gelegt.

Mit nur 16 Jahren brach Hans die Schule ab und stieg kurz darauf bei seiner ersten Band „Umspannwerk“ als Bassist ein. Zeitgleich besuchte er drei Semester lang das Wiener Musikkonservatorium. Er beschloss jedoch „richtiger“ Musiker zu werden und zog in den späten siebziger Jahren nach West-Berlin. Er spielte in verschiedenen Bands und bekam erste Gagen für seine Auftritte. Beim Neujahrsspringen 1977 sah er dann den beeindruckenden ostdeutschen Skispringer Falko Weißpflog und fühlte sich zu seinem späteren Künstlernamen inspiriert. Um international erfolgreich zu sein, änderte er die Schreibweise allerdings zu Falco und begann mit Anzug und Sonnenbrille aufzutreten. 1980 bot ihm der Chef des Wiener Kleinlabels GIG Records, Markus Spiegel, schließlich einen Solo-Vertrag über drei LPs an und Falco zögerte nicht lange.

Gemeinsam mit dem Musikproduzenten Robert Ponger produzierte er im Sommer 1981 seinen ersten großen Hit „Der Kommissar“. Der Song wurde zur Nummer 1 in Österreich, kurz darauf auch in Deutschland und ganz Europa. Sogar in Szene-Clubs in den USA tönte der Song aus den Boxen und Falco wurde zum ersten „weißen Rapper“. Mit seiner zweiten Single „Junger Römer“ konnte er an diesen Erfolg allerdings nicht anknüpfen. Erst 1986 gelang ihm mit dem Album „Falco 3“ endgültig der internationale Durchbruch. Die erste Auskopplung „Rock me Amadeus“ stürmte sofort die Hitparaden und schoss an die Spitze der amerikanischen Billboard-Charts. „Jeanny“, die dritte Singleauskopplung, sorgte allerdings aufgrund des Textes und des Videos für einen Skandal. Viele Radiostationen setzen den Titel auf die schwarze Liste und boykottierten das Lied. Die Plattenverkäufe schnellten dennoch in die Höhe.

Nach dem internationalen Erfolg von „Rock me Amadeus“ lag ein unglaublicher Druck auf Falco, der ihn in seiner Kreativität zusehends einschränkte. Auch die Geburt seiner Tochter Katharina Bianca im März 1986 konnte ihn nicht vor einer schweren Krise bewahren. Er verkraftete seinen plötzlichen Reichtum nicht und betäubte sich mit Alkohol, Drogen und Tabletten. Dennoch schaffte er es, im Sommer 1986 sein viertes Album „Emotional“ fertig zu stellen, dessen Singleauskopplungen wieder Spitzenplatzierungen in den Charts einnahmen. Falco brach zu seiner ersten Welttournee auf und war danach in einer derart schlechten körperlichen und psychischen Verfassung, dass er sich aus der Öffentlichkeit zurückzog. 1993 musste er zudem einen der schwersten Schicksalsschläge hinnehmen: Nach einem Vaterschaftstest erfuhr er, dass er nicht der leibliche Vater von Katharina Bianca war.

In den folgenden Jahren brachte er u.a. das Album „Nachtflug“ heraus, welches erfolgreicher als sein Vorgänger „Data de Groove“ war, und ging auf Europa-Tournee. Die Single „ Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“ bescherte ihm 1995 einen Überraschungs-Hit und um dem Erwartungsdruck zu entgehen, entschied sich Falco für das Pseudonym „T>>MA“. Die Chancen für den Erfolg seinen neuen Albums "Egoisten" standen gut, dennoch verwarf Falco immer wieder Nummern und verschob den Veröffentlichungstermin. Letztendlich erschien es nie, denn am 6. Februar 1998 kam Falco bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik ums Leben.

Wenige Wochen nach seinem tragischen Tod erschien das Album „Out of the Dark“, das posthum große Erfolge feierte und ihm ein musikalisches Denkmal setzte.

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