Jean Paul Gaultier Biografie

Jean Paul Gaultier wurde am 24.April 1952 in Arcueil, einem Vorort von Paris, geboren. Sein Vater war Buchhalter und seine Mutter eine Kassiererin, die meiste Zeit verbrachte er mit seiner Großmutter, bei der er auch aufwuchs. Diese Großmutter sollte ihn später noch zu einer besonderen Kreation inspirieren.

Gaultier brach im Jahr 1966 sehr früh die Schule ab und beschäftigt sich seitdem im Wesentlichen mit der Mode. Er hat zwar nie eine Ausbildung als Modedesigner genossen, aber er war schon immer sehr ehrgeizig. So sendete er seine Entwürfe an verschiedene renommierte Designer und konnte 1970 als Modezeichner und Assistent bei Pierre Cardin anfangen. Das sollte der Beginn einer großen Karriere werden. Ein Jahr später wechselte er zu dem Modedesigner Jacques Esterel und noch im gleichen Jahr zu Jean Patou, wo er für drei Jahre angestellt war. In dieser Zeit konnte Gaultier viele neue Inspirationen sammeln und viel von den Designern lernen. Nur sechs Jahre nach seinen ersten Schritten in der Modebranche stellte er sein eigenes Label mit eigenen Kreationen vor. Er liebte schon damals die unkonventionelle Mode und ließ sich eher von den Straßen Londons als von der gängigen Haute Couture beeinflussen.

Heute wird Jean Paul Gaultier zu Recht als „Revolutionär der Mode“ bezeichnet. Ein besonderer Reiz seiner Kollektionen dürfte das Verschwimmen der Grenzen zwischen Mode für Männer und für Frauen sein. Gaultier scheut sich nicht, Röcke für Männer zu entwerfen und so wurde der Schottenrock eines seiner Markenzeichen. Eine Zeit lang nahm er nach jeder Modenschau den Applaus in dem schottischen Rock in Kombination mit einem gestreiften Matrosenhemd entgegen. Seine Kollektionen sollen provozieren und teilweise auch die Kunst der Mode parodieren. Dabei vernachlässigt er die handwerklichen Aspekte aber keinesfalls, seine Kreationen sind immer sehr gut verarbeitet.Seit 1978 existiert die „Jean Paul Gaultier SA“, eine Aktiengesellschaft, im selben Jahr gelang der endgültige Durchbrauch als Modeschöpfer. Ein weiterer Beweis für seinen exzentrischen Stil ist das Korsettkleid, das er in den 1980er Jahren, inspiriert durch seine Großmutter, schuf. Madonna machte dieses Kleid weltberühmt, als sie es der Öffentlichkeit präsentierte.

Insgesamt schuf Gaultier die Bühnenkostüme für drei Welttourneen von Madonna und ist auch als Designer von privaten Outfits der Stars tätig. Bei seinen Modenschauen setzt Gaultier auf unkonventionelle Modelle, wie zum Beispiel übergewichtige Frauen und gepiercte oder tätowierte Personen.

Der exzentrische Modermacher beschränkt sich aber nicht nur auf Kleidungsstücke, sondern entwarf 1992 auch Möbelstücke. Außerdem erlaubte er sich 1989 einen Abstecher in die Musikbranche, er nahm zwei Schallplatten auf, die ihn aber nicht von der Welt der Mode entfernen konnten.

Neben seinen glamourösen Abendoutfits kreiert Gaultier aber auch die Linie „JPG“, die sich eher an sportliche Männer und Frauen wendet. In der Frauenkollektion sind auch einige Accessoires, wie diverser Schmuck oder Schuhe, enthalten. Auch für Kinder hat Gaultier in Zusammenarbeit mit Kindermodeexperten eine eigene Linie herausgebracht.Seine revolutionären Kreationen brachten ihm schon zwei „Oscars der Mode“ ein, das war in den Jahren 1987 und 1988. 1993 stellte Gaultier sein erstes eigenes Parfum vor, in den nächsten Jahren folgten noch einige mehr.

Der Stil von Jean Paul Gaultier kann als schrill, aggressiv, sexy und extravagant bezeichnet werden. Nicht zuletzt deshalb wird er als Nachfolger des 2008 verstorbenen Yves Saint Laurent bezeichnet und mit ihm auf eine Stufe gestellt. Durch seine Kreationen wird die heutige Haute Couture mitbestimmt und er gilt als Vorbild für viele junge, aufstrebende Talente. Seine aktuelle Linie ist eher durch klare Strukturen und den Verzicht auf üppige Formen geprägt, zeichnet sich aber nach wie vor durch hohe Verarbeitungsqualität aus.

Seit 1999 ist Gaultier bei dem Pariser Modehaus „Hermès“ tätig und im Jahr 2003 wurde er zum Chefdesigner der Damenkollektion dieses Unternehmens.

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