Kenzo - Designermode aus Japan

Das Modelabel Kenzo geht auf den Japaner Kenzo Takada zurück, der 1939 geboren wurde. Zwar wird das Modelabel heute ohne ihn weitergeführt, doch er hat es groß gemacht. Die Frage, was Mode ist und wo Kunst beginnt, hat der japanische Designer nach Meinung vieler beantwortet: Mode ist Kunst.

Im Jahre 1958 hatte Kenzo sein Studium an der bekanntesten japanischen Modeschule in Tokio begonnen - als einziger Student männlichen Geschlechts. 1964 wechselte der junge Mann nach Paris. Leicht war der Einstieg in die dortige Modewelt für einen japanischen Modemacher sicher nicht. 1970 konnte der junge Kenzo seine erste Kollektion auf den Laufsteg schicken und machte damit gleich Furore. 1971 konnte Kenzo seine Mode bereits in New York vorführen, ein Jahr später war die Begeisterung so groß, dass die Vorführung unterbrochen werden musste. Die erste Auszeichnung kam aus Japan.

1976 konnte Kenzo den nächsten Schritt tun: Er eröffnete seine erste Boutique in Paris. 1978 und 1979 fügte der Japaner eine neue Nuance in die Mode ein, indem er seine Kollektion in Zirkuszelten vorführen ließ. Die Dramatik wurde noch gesteigert: Kenzo ließ eine Kunstreiterin mit durchsichtigem Outfit ausstatten und ritt selbst im Finale auf einem Elefanten ein. Die Verbindung asiatischer Elemente mit dem Chic der Europäer zeichnete seine farbenfrohen und unkonventionellen Kollektionen aus.

Dem Erfolg mit der Damenmode ließ Kenzo den Schritt zur Herrenmode folgen. Neue Linien und der Schritt zu Jeans- und Kindermode addierten sich zur Kenzo Kollektion dazu. Die Ernennung zum Ritter eines farnzösischen Ordens hob den jungen Kenzo in den Stand noch größerer Anerkennung. Mittlerweile kennt man auch die Düfte mit dem Namen des Japaners, der dann allerdings seine Marke für fast 30 Millionen an einen französischen Konzern verkaufte, der Luxusgüter vertreibt. Kenzo blieb Chefdesigner und ging den nächsten Schritt zum Ruhm: Er entwarf ein Sondermodell für den französischen Renault Twingo! Dass man sein designerisches Engagement auch als humanitären Einsatz verstand, realisierte man spätestens durch die Verleihung des "Time For Peace Award" in New York.

Mittlerweile war der japanische Modemacher 60 Jahre alt und verkündete seinen Rückzug. Die Kenzo-Kollektionen werden heutzutage von anderen Designern entworfen. Kenzo selbst reist und kümmert sich endlich einmal um seine Familie. So ganz ohne konnte er aber anscheinend nicht! Im Jahre 2004 präsentierte der Japaner das Label "Gokan Kobo". Zwei Jahre später wurde es in Takada by Kenzo umbenannt.

Jetzt widmete sich der umtriebige Modemacher Kenzo Dingen wie Bettwäsche, Wohnaccessoires, Bademode, Damenbekleidung oder dem Entwurf von Geschirr. Der Erfolg war gering, man musste die Serien wieder einstellen. Da ihm aber die Markenrechte an seinem Namen weiter gehörten, konnte Kenzo sie für Auftragsarbeiten für verschiedene französische Firmen nutzen. Er entwarf Produkte für französische Kristallhersteller, einen bekannten Porzellanhersteller oder die Firma Tai Ping Teppiche. Auch heute noch lebt Kenzo in Paris. Er scheint mit seinem Leben kleinere Dimensionen ansteuern zu wollen und verkaufte seine Kunstsammlung sowie sein Anwesen an der Bastille zu Gunsten einer Wohnung in einem ehemaligen Bootshaus.

disabledblock

 

disabledblock