Lagerfeld - eine exzentrische Ikone der Modewelt
Der Weg dorthin war steil und begann nach dem Verlassen Deutschlands mit dem Besuch einer Schule in Paris. Schon 1955 gewann Lagerfeld mit einem Wollmantel einen Modewettbewerb. Daraufhin bot ihm Pierre Balmain eine Stelle an. Der besagte Wollmantel ging später bei Balmain in Serie. 1958 wechselte Lagerfeld zu Jean Patou und war dort von 1958-1963 künstlerischer Direktor. Er arbeitete zusätzlich freiberuflich für die Häuser Mario Valentino oder Krizia. Anschließend absolvierte er ein Kunststudium und arbeitete mehrere Jahre als künstlerischer Direktor bei Chloé, deren Kollektionen er entwarf. Bereits hier erreichte Lagerfeld weltweite Anerkennung. Die Reihe großer Modenamen setzte sich mit der Tätigkeit für Chanel und Fendi fort.
Ein eigenes Label war nur folgerichtig und wurde 1984 etabliert. Erfolgreich war es zunächst nicht. Der Weg des exzentrischen Modezaren verlief durchaus nicht immer glatt, blieb aber spannend! Lagerfeld wollte auch Otto Normalverbraucher gute Mode gönnen und machte durch Zusammenarbeit mit deutschen Versandhäusern oder dem schwedischen Discount-Modefilialisten Hennes & Mauritz Furore. Schließlich kaufte der US-Modekonzern Tommy Hilfiger die Marke Lagerfeld inklusive aller Lizenzen für einen zweistelligen Millionenbetrag - aber auch das verlief am Ende nicht so glatt, wie gedacht. Am Ruhm des Karl Lagerfeld konnte das alles nicht rütteln. Er inszenierte sich ständig neu und war ein beliebtes Fotomotiv der Boulevardpresse.
Neben hochpreisigen Damenkollektionen und der Herrenkollektion gehört auch eine erfolgreiche Parfümlinie zum umgangreichen Katalog des bekanntesten deutschen Modedesigners. Mehrfach war Karl Lagerfeld auch für die Bühne tätig. Er entwarf Kostüme für Opern in Genua, Theaterstücke am Wiener Burgtheater, die Salzburger Festspiele, die Mailänder Scala oder für das Maggio Musicale in Florenz. Ab 1987 entdeckte Lagerfeld die Fotografie für sich und konnte 1996 den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie einheimsen. Modeaufnahmen und klassische Porträts in schwarz-weiß machten seinen fotografischen Stil aus. Seine Kritiker überschlugen sich nicht gerade mit Begeisterung, dem Publikum gefiel's. Wer gerade die Muse des deutschen Modemachers war, konnte man jeweils der Presse entnehmen. Berühmt wurden Claudia Schiffer und Inès de la Fressange, Brad Kroenig oder Toni Garrn.
Lagerfeld selber wurde durch seine Markenzeichen weltbekannt: Den gepuderten Haarzopf und eine Sonnenbrille, die seinen Sehfehler kaschiert. Als er 2000 eine Radikaldiät machte und sich das halbe Gewicht abhungerte, war auch hier die Mode der Anlass: Lagerfeld liebte die schmal geschnittenen Anzüge des Designer-Kollegen Hedi Slimane und wollte sie gerne tragen! Seine Vorliebe für dünne Models trug Lagerfeld bei allem Lob, das man über ihm ausschüttete, auch herbe Kritik ein. Aber wie heißt es? Besser schlechte Presse als keine!
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