Mercedes-Benz - Tradition trifft Moderne
1834 wird Gottlieb Daimler in Schorndorf bei Stuttgart geboren. Nach seinem Maschinenbaustudium wurde ihm 1865 die Leitung der Maschinenfabrik eines Bruderhaus-Waisenheims übertragen. Dort lernte er den 12 Jahre jüngeren Wilhelm Maybach, einen brillanten Konstrukteur mit Erfindergeist, kennen. Er zählte neben seiner Ehrfrau zu den wichtigsten Menschen. In den verschiedenen beruflichen Stationen war Maybach stets an seiner Seite. Der 1876 entwickelte Ottomotor war ein Meilenstein in der Geschichte der Automobilindustrie. Er ging in Serie und brachte der Gasmotorenfabrik Deutz, in der Daimler als Werkstättenleiter tätig war, internationalen Erfolg. Daimler verließ im Streit die Gasmotorenfabrik Deutz und entwickelte mit Maybach den Benzinmotor trotz bestehender Patentrechte in einem zur Werkstatt umfunktionierten Gewächshaus weiter. Ein leichter und vielfältig einsetzbarer Motor entstand, der Jahre später Kutschen, Straßenbahnen, Boote und Luftschiffe antrieb. Der dreizackige Stern wurde das Markenzeichen. 1885 schufen Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach das erste Motorrad.
Im November 1890 wurde die Daimler-Motoren-Gesellschaft gegründet, Gesellschafter waren Daimler, Maybach, Duttenhofer und Lorenz. Nach einem Streit verlässt Daimler die Gesellschaft. Zwei Jahre später kehrte er auf Ansinnen des englischen Investors Simms zurück und wurde Anteilseigner. Gottlieb Daimler starb am 6. März 1900 in Bad Cannstatt. Maybach entwickelte im Auftrag des österreichischen Geschäftsmannes Emil Jellinek, einen Rennwagen dessen leistungsstarker Motor in einem Automobilrennen unter Beweis gestellt werden sollte. Dieser Rennwagen trug den Namen seiner Tochter „Mercedes“. Nach einem fulminanten Sieg 1901 in Nizza wurde Mercedes zum Markennamen. Neben Gottlieb Daimler zählte auch Karl Benz zu den Pionieren des Automobilbaus. Karl Benz wird 1844 in Mühlburg bei Karlsruhe geboren. Er absolvierte die Polytechnische Hochschule und versuchte sich danach beruflich zu orientieren. Zunächst mit wenig Erfolg. Auch er forschte wie Daimler an einem benzinbetriebenen Automobil. Der schnell laufende Zweitaktmotor, den er 1877 entwickelte, - der bereits existierende Viertaktmotor war durch ein Patent geschützt - brachte ihm den erhofften Durchbruch. Er konnte nun neue Projekte verwirklichen. 1886 meldet er sein erstes dreirädriges Fahrzeug zum Patent an. Der Erfolg blieb aus. Beachtung und Anerkennung erzielte seine Ehefrau, die mit beiden Kindern zu einer Fernreise aufbrach. Erst die Konstruktion eines vierrädrigen Automobils brachte den ersehnten Erfolg. 1894 präsentiert Benz den Velo, einen leichten und kostengünstigen Kleinwagen, der erstmals in Serie hergestellt wird. Um die Produktionssteigerung finanziell abdecken zu können gründete er 1899 die Aktiengesellschaft Benz & Cie. Benz wurde aufgrund seiner breiten Typen-Palette zum weltweit größten Automobilhersteller. Benz kam den Forderungen der Gesellschafter nach leistungsstärkeren Autos nicht nach. Anfang des 20. Jahrhunderts geht der Absatz rapide zurück, Benz & Cie. verliert ihre Vormachtstellung. Benz scheidet aus, Kehrt jedoch 1904 als Aufsichtsratvorsitzender zurück. Am 4. April 1929 starb Karl Benz.
Die Folgen des 1. Weltkrieges bekommt auch die Automobilindustrie zu spüren. Sinkende Preise, der Verlust von Absatzmärkten, die Umstellung auf zivilen Bedarf und der wachsende Konkurrenzdruck stellen auch so traditionsreiche Unternehmen wie die Benz & Cie. und die Daimler-Motorengesellschaft vor große Probleme. Die Produktpalette sowie Ziele und Strategien beider Unternehmen ähneln sich, ein Zusammenschluss ist nahe liegend.
Im Juni 1926 fusioniert, nach mehreren ergebnislosen Verhandlungen, das Unternehmen Benz & Cie. mit der Daimler-Motorengesellschaft zur Daimler-Benz AG. Sitz der Gesellschaft ist Berlin.
1998 erfolgte der Zusammenschluss der Stuttgarter Daimler- Benz AG mit dem amerikanischen Konzern Chrysler zur DaimlerChrysler AG. Mit dem Zusammenschluss sollte unter anderem die Position auf den europäischen und amerikanischen Märkten gestärkt werden. Das Fazit nach nur sieben Jahren war deprimierend. Nur Jürgen Schrempp, unter dessen Regie der Zusammenschluss erfolgte und der zu den höchst bezahlten Managern Deutschlands zählte, gab seine Zukunftsvisionen nicht auf. Kritiker werfen Schrempp vor, Werte in Millionenhöhe vernichtet zu haben.
Im Juli 2005 trat Jürgen Schrempp als Vorstandvorsitzender zurück. Sein Nachfolger wird Dieter Zetsche. Chrysler fuhr Milliarden Verluste ein, es musste eine Entscheidung getroffen werden. Im August 2007 folgte die Trennung von Chrysler, der amerikanische Finanzinvestor Cerberus übernahm 80,1 Prozent der Chrysler Anteile, 19,9 Prozent verblieben bei Daimler.
Die Ära DaimlerChrysler war beendet, die der Daimler AG begann.
Mercedes Benz mit seinen über 18 Fahrzeugklassen – unter anderem die A, B,C und E-Klasse, dem CL und CLS, Geländewagen der Klasse GLK-, GL und ML bis hin zu den Spotwagen SLK und SL – ist weltweit führend. Die Wachstumsprognose bei Mercedes Benz ist gut, besonders erfolgreich sind die S-Klasse – Oberklasse - und die 2009 entwickelte E-Klasse - obere Mittelklasse.
Ein Spitzenerzeugnis ist der SLR, ein edler Sportwagen, der im oberen Preissegment angesiedelt ist und mit seinen 626 PS unter der Haube und einer Spitzengeschwindigkeit von 334 km/h das Herz eines Autofans höher schlagen lässt.
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