MG Midget wiederbelebt ab 1961 Teil 2

Im Mai 1961 wurde der Austin Healey Sprite MK II (HAN 6), der Nachfolger vom "Frogeye" dem Publikum vorgestellt. Der MG Midget MK I (GAN 1) folgte einen Monat später abgeleitet vom Austin Healey. Die Modelle von AH Sprite und MG Midget sollten fortan weitestgehend parallel laufen - man spricht daher auch von Spridgets. Bis zum MG Midget MK IV wurde die meiste Entwicklungsarbeit bei Austin-Healey verrichtet.
MG Midget 1974
MG Midget 1974

Der MG Midget wurde zwischen 1961 und 1979 parallel zum MG B produziert. Er ist im wesentlichen baugleich mit dem Austin Healey Sprite und verkaufte sich insgesamt 225.000 Mal.

MG Midget MK I

Der Mark I (GAN 1) wurde 1961 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der MG Midget GAN 1 zog aus 948 cm³ Hubraum 46 PS, wogegen dem im Oktober des Folgejahres überarbeitet veröffentlichten Midget GAN 2 ein 1098-cm³-Aggregat zur Verfügung stand. Mit diesem Aggregat stieg die Leistung, so dass der MG Midget GAN 2 mit 55 PS glänzen konnte. Zudem wurde dem Midget eine stärkere Kurbelwelle gegönnt, so wie die Hinterachsaufhängung geändert. Die viertelelliptik Federn wurden durch halbelliptik Federn ersetzt, was zu einer besseren Führung der Hinterachse beitrug. Da die halbelliptik Federn auch Querkräfte aufnehmen, konnte auf zusätzliche Seitenführungen verzichtet werden. Eine tragende Struktur besaß der Midget bereits seit 1961 und so mussten lediglich Aufnahmen für die Blattfedern angeschweisst werden. Der Midget wurde somit komfortabler, das Fahrwerk jedoch ein wenig weniger präzise. Der jetzt ruhigere Midget musste nie mehr an der Hinterachse etwas angepasst werden.

MG Midget MK II

Im Frühjahr des Jahres 1964, genauer im März, zeichnete sich die Kontinuität in der steigenden PS Zahl der Fahrzeugreihen weiter ab, als zu diesem Zeitpunkt der MG Midget GAN 3 immerhin 59 PS aufweisen konnte. Aber auch weitere Veränderungen wurden mit diesem Fahrzeugmodell eingeführt. So war der Midget GAN 3 das erste Modell dessen Türen abgeschlossen werden konnten. Blattfedern, Frontscheibe und Armaturenbrett wurden ebenfalls im Vergleich zu den Vorgängermodellen etwas verändert verbaut. Die Steckscheiben wurden von Kurbelfenstern abgelöst.

MG Midget MK III

Der Midget MK III (GAN 4) wurde im Oktober 1966 vorgestellt. Er sorgte rein von seiner äußerlichen Optik erst einmal für wenig Aufsehen, denn optisch wurde fast nichts verändert. Einzig das Verdeck wurde fest am Fahrzeug montiert, womit sich auch die Karosserie zum Verdeckanschluss hin leicht änderte.Dafür waren 65 PS bei einem Hubraum von 1275ccm unter seiner Motorhaube umso Aufsehen erregender - es wurde der Motor eines MINI Cooper S verbaut. In den Jahren 1969 bis 1970 wurden weitere Maßnahmen in Angriff genommen, um Verbesserungen erzielen zu können. Ohnehin wurde fortlaufend immer nach neueren Konstruktionen gesucht um noch bessere, schnellere, komfortablere Fahrzeuge zu bauen.

MG Midget MK IV

Änderungen in der Firmenstruktur von Austin-Healey und die Firmenzusammenlegung zur British Leyland Motor Corporation (BLMC) führten dazu, dass die Weiterentwicklung zu MG wechselte. Durch die geänderte Modellpolitik wurden die Sprite und Midget noch weiter gleichgeschaltet. Sie unterschieden sich bald nur noch durch die Markenembleme. Dafür wurden zahlreiche British Leyland - Zeichen montiert.

Sowohl optisch als auch am Komfort hat der ab 1969 produzierte GAN 5 im Laufe des Produktionszeitraums zugelegt. So hatte er ab Oktober 1970 einen größeren Tank (um 4,5 Liter - von 27,3 auf 31,8 Liter) und eine verbesserte Heizung und Lüftung. Der MG Midget bekam eine Innenraumleuchte, eine Kofferraumbeleuchtung und die "Rostyle" Stahlscheibenräder. Optisch bekam der MG Midget MK IV/GAN 5 runde Radläufe an den hinteren Rädern, was heute als die optisch gefälligste Version gilt. Die breiten Stoßstangen wurden schmaler, wobei die hintere geteilt war, um das Anbringen eines grossen Nummerschildes zu ermöglichen. Die vorderen Blinker wurden weiter nach unten versetzt.

Midget MK V

Ab Oktober 1974 wurde die vorerst letzte Version des MG Midgets ausgeliefert. Der MK V/GAN 6 der auch unter der Bezeichnung Midget 1500 lief musste den neuen Bestimmungen der Exportmärkte angepasst werden. Dem GAN 6 wurde der Motor des Triumph Spitfire implantiert, was den Hubraum des Midget auf 1500ccm mit Leistung von 68 PS anwachsen ließ. Zusätzlich wurde nun das vollsynchronisierte Morris Marina Getriebe eingesetzt.Optisch erkennt man den MG Midget MK IV/GAN 6 sofort an den Polyurethanschaum-Stoßfängern, welche die klassischen Chromstoßstangen ersetzten. Diese optische Anpassung brachte dem Midget - wie übrigens auch dem MG B den Spitznamen "Gummiboot" ein.Die neuen Stoßfänger brachten ein zusätzliches Gewicht von 90 kg mit sich. Auch mußte auf Grund der in Amerika vorgeschriebenen Mindesthöhe für Stoßstangen eingehalten werden. Dafür mußte das Fahrwerk um 25 mm erhöht werden, was zu mehr Komfort führte, jedoch den Midget in Kurven viel mehr zur Seitenneigung brachte. Auch wurden die eckigen hinteren Radauschnitte wieder eingeführt, da sich diese bei Crashtests als stabiler erwiesen.

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