MG Midget - Urtyp des britischen Roadsters - Teil 1

Auf dem Morris Minor basierend wurde 1928 der erste MG Midget gefertigt - ein sehr niedriges offenes Fahrzeug das die Tradition der britischer Roadster mit begründen sollte. Ausgestattet mit einem Vierzylindermotor kam er auf ganz 15 kW, passend zu seinem Namen Midget, dessen Bedeutung "Zwerg" ist. EGOTrends hat sich einen MG Midget MK IV aus dem Jahr 1974 in die Redaktion geholt, um den Fahrspaß zu testen.
MG M-Type, ca. 1929
egotrends.de

Ein britischer Roadster - was ist das überhaupt? Ein Roadster ist ein offener Zweisitzer mit niedrigem Gewicht und in seiner Uhrform ohne festes Dach oder klappbares Verdeck - zur Not können sie jedoch mit einfachen Hilfsmitteln geschlossen werden, was dann zur Einführung von sogenannten Sprayhoods führte.Italienische Hersteller bezeichnen ihre Modelle einer solchen Bauart meist als Spider. Der Begriff Speedster wurde häufig von deutschen Autoherstellern verwendet.Der Begriff Roadster steht vor allem für Hersteller wie Triumph, Jaguar, Morgan und eben MG. Roadster dienen vorwiegend dem Fahrspaß, Komfort tritt in den Hintergrund.

Wer den typischen Roadster erfunden hat - darüber streiten sich noch immer die Gelehrten. Auf dem Kontinent nehmen die Tschechen die Entwicklung dieses Typs für sich in Anspruch. Der Aero Roadster, entwickelt von Ingenieuren des gleichnamigen tschechischen Flugzeugherstellers haben bereits 1933 einen sehr niedrigen, offenen Sportwagen entwickelt. Aber der ist eben nicht britisch.Ein frühes Exemplar eines britischen Roadsters ist der MG Midget M-Type von 1928.

Das Unternehmen MG wurde 1923 in Oxford (England) als "Morris Garages" gegründet. Der MG Midget sollte typisch für das Angebot der Marke werden und die Tradition britischer Roadster mit begründen.

Vier Jahre lang, von 1928 – 1932 wurde der hinterradgetriebene MG Midget M-Type, der immerhin mit seinem 847-cm³-Aggregat auf eine Höchstgeschwindigkeit von 103 Kilometern pro Stunde kam, produziert. 1932 entschied man sich für die Einstellung der Produktion. Von noch kürzerer Dauer war der Herstellungszeitraum des neben dem M-Type Midget 1931 in Produktion gegangenen MG C-Type Midget, der allerdings mit 32 kW schon eine ganz andere Dimension erreicht hatte. Trotzdem währte die Produktionsdauer nicht mehr als ein Jahr.

Die Kürze der Produktionszeiträume zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der frühen MG Midget Fahrzeuge. Auch der als Nachfolger vom MG M-Type Midget im Jahr 1932 in Produktion genommene MG D-Type Midget befand sich nur ein einziges Jahr in Produktion. Er konnte dem 847ccm-Aggregat des MG M-Type Midget aber schon 20 kW abgewinnen und war der erste, der unter dem Begriff "Saloon" als Limousine und als Tourer produziert wurde.

In den Jahren 1932 bis 1934 wurden weitere vier Modelle kurzzeitig produziert, bald wurde jedoch auch diese Produktion wieder eingestellt. Diese vier Modelle trugen die Bezeichnungen J1, J2, J3, J4. Sie wurde zum Teil in den Variationen Limousine, Tourer und Roadster gefertigt. Diesem roten Faden treu bleibend wurde auch der im Jahre 1934 in Produktion genommene MG PA Midget mit einer Höchstgeschwindigkeit von 119 Kilometern pro Stunde, die er übrigens auch aus einem 847ccm-Aggregat zog, nach zwei Jahren aus der Produktion genommen.

Mit einem Aggregat von 939 cm³ erreichte der im Jahre 1935 für wieder nur ein Jahr produzierte MG PB Midget einen Wert von 31,5 kW. Von diesem Modell gingen insgesamt 526 Fahrzeuge in den Besitz von solventen Käufern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bedurfte es einer Pause, was neuere Produktionen des Midget angeht. Zwar wurde der MG TC als kleiner Sportroadster angeboten, und in den 1950er-Jahre wurden die alten T-Type-Roadster durch eine neue Konstruktion ersetzt, die als MGA produziert wurden, doch die Baureihen des MG Midget I bis IV ließen bis 1961 auf sich warten. Das Angebot dieser Baureihen reichte bis 1979.

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