Motorboot-Legende Riva

Die hölzernen Motorboote des italienischen Herstellers Riva zählen zu den echten Maritimen Legenden. Die Riva hat ihren Namen vom Bootsbauer Carlo Riva, der sich 1949 im Alter von 27 Jahren mit seiner Werft in Sarnico selbständig machte.
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Die Geschichte der legendären Riva-Motorboote begann mit Carlo Riva, dem Sohn eines Werftbesitzers, welcher den väterlichen Betrieb in Sarnico am oberitalienischen Iseosee im Jahre 1949 übernahm. Damals 27jährig begann Carlo Riva mit viel Enthusiasmus, seine eigenen Boote zu konstruieren. Er orientierte sich zunächst an den amerikanischen Motorbooten der Marke Chris Croft. Sein Ziel war die Entwicklung eines Speedbootes zum Befahren der Seen Oberitaliens, welches Schnelligkeit und Luxus vereinen sollte.

Sein Markenzeichen wurden die nach ihm benannten Riva-Motorboote, welche sich in den 1950er Jahren nicht nur als Musterbeispiel klassischen Bootbaus, sondern auch als Ausdruck gehobenen Lebensstils schnell einen Namen machten. In den 1950er Jahren waren 290 Mitarbeiter an der Produktion der Riva-Mototboote - des "Rolls-Royce der Meere" - beteiligt.

Die eleganten Riva Holzboote beeindrucken durch eine fugenlose, edle Mahagonibeplankung, welche bis zu zwanzig Lackierungen erhält. Weiterhin bestechen die Riva-Boote durch zahlreiche verchromte Teile und eine Panoramaglasscheibe . Für die Leistung verantwortlich sind ein bis zwei V8-Motoren. Das Modell Aquarama verfügt über zwei 350PS starke Motoren, wodurch das mit 8,8 Metern längste Boot der Baureihe Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h erreicht. Das Armaturenbrett der Riva-Boote orientiert sich an klassischen Maßstäben und wird von einem weißen Steuerrad beherrscht. Weiße Ledersessel und eine gepolsterte Liegefläche komplettieren die komfortable Ausstattung.

Zwischen 1951 und 1989 wurden in der Werft von Carlo Riva etwa 4 200 Boote produziert. In den 1960er Jahren liefen täglich bis zu 18 Rivas vom Band. Man schätzt, dass in etwa die Hälfte aller hergestellten Boote heute noch existieren, sei es fahrtüchtig auf See, als Einzelteile im Besitz von Bootsliebhabern oder in den Werkstätten findiger Bootsrestauratoren.. Im Umlauf sind vier Typen der legendären Marke. Dazu zählen die Modelle Ariston, Olympic, Tritone und Aquarama. Gehandelt werden klassische und optisch und technisch intakte Riva-Motorboote zu Preisen von bis zu 500 000 Euro. Bekennende Riva-Besitzer vergangener Jahrzehnte sind der Industriellenerbe Gunter Sachs, die Schauspieler Richard Burton und Sean Connery oder Prinz Rainier von Monaco.

Ende der 1960er Jahre begannen neue Trends den Bootsmarkt zu beeinflussen. Boote aus Fiberglas kamen auf den Markt. Altmeister Riva konterte mit einer Kombination klassischen Holzes und modernen Werkstoffen, konnte sich aber auf dem Markt damit nicht behaupten. Daraufhin verkauft Carlo Riva 1969 den Familienbetrieb an Investoren aus den USA.

Riva-Boote jedoch sind Kult geblieben. Edles Holz und vollendete Handwerkskunst machen die Rivas zu den begehrtesten Stücken auf dem Bootsmarkt. Sie werden einem Luxus-Sportwagen gleich akribisch gepflegt und aufwendig restauriert. Jede Riva hat ihre eigene Geschichte, welche nicht selten mit den Schönen und Reichen dieser Welt verbunden ist. Über den Mythos Riva tauschen sich Bootsanhänger in den zahlreichen Riva-Clubs weltweit aus.

Am Iseosee hält heute Carlo Rivas Neffe Anselmo Vigani in einer kleinen Werft das Erbe seines Onkels lebendig. Auch der Altmeister schaut täglich für ein paar Stunden im Geschäft vorbei und gibt einen Teil seines streng gehüteten Firmen-Geheimnisses an Anselmo Vigani weiter. Die Firma hat sich heute der Restauration der klassischen Boote verschrieben. Jährlich gibt das Team um Anselmo Vigani bis zu 50 Rivas ihren alten Glanz zurück. Auf Wunsch werden auch Boote nachgebaut, dürfen allerdings nicht unter dem alten Namen Riva vertrieben werden. Diesen hat sich seit dem Jahr 2000 die italienische Werft Ferretti, der größte europäische Yachthersteller, auf die Fahnen geschrieben. In den Hallen neben Viganis kleiner Werkstatt entstehen hochwertige Riva-Boote, welche sich im modernen Look präsentieren und deutlich an Größe und Leistung gewonnen haben, jedoch im Schatten der Riva-Legende stehen, deren Marktwert und Beliebtheit stetig steigt.

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