Porsche 996 - Der erste 911er Porsche mit wassergekühltem Motor
Auch im Innendesign und der Karosseriegestaltung ging Porsche beim 996 neue Wege. Die Karosserieformen Coupé, Targa und Cabriolet waren wahlweise als Turbo- oder Carrera-Modell zu erwerben. Auf Grund der vorgenommen Änderungen an Design und Interieur bezeichneten viele Porsche-Fans den 996 nicht mehr als „echten 911er“. Er war 19 cm länger und 9,5 cm breiter als die noch von Ferdinand Porsche entworfenen Originaldesigns. Der Porsche 996 wurde eher zu einem Gran Turismo.
Die flach in die Kotflügel integrierten Scheinwerfer des Porsche 996 werden gerne als Spiegeleier-Leuchten bezeichnet. Dieses Design sorgte für leichte Verwechslung mit dem Porsche Boxster und brachte den Designern einiges an Kritik ein. Diese Kritik wurde beherzigt und 2002 wurde ein eigenständiges Design für den 996 entwickelt. Auch der Wegfall des durchgehenden Leuchtbandes am Fahrzeugheck des Porsche 996 wurde beanstandet und fand zunächst wenig Gegenliebe bei eingefleischten Porsche-Fans. Porsche wusste auch hier eine Lösung und stattete das Modell 4S mit den altbekannten Leuchtbändern aus.
Bei dem Porsche 996 GT3 wurden eine eigenständige Frontschürze, ein feststehender Heckflügel und veränderte Seitenschweller verbaut. Der Porsche 996 Targa wurde mit einem gläsernen Dachsystem ausgestattet, das Mittelteil lässt sich elektrisch mit einem Rollo abdunkeln und verschwindet unter der Heckscheibe. Der für Porsche typische Übergang von den Kotflügeln über die Einstiegstüren wurde bei dem Porsche 996 nicht mehr angewandt.
Die Motoren des Porsche 996 ähneln denen der Boxster-Reihe nur noch in der Zylinderanzahl und dem Bankwinkel. Wurde im Vormodelll noch ein separater Ölkühler im Bug verwendet, findet man im Porsche 996 einen Öl- und Kühlmittel-Wärmetauscher am Motor. Die entstandene Hitze wird über die seitlich montierten Kühler abgegeben. Eine ruhende Hochspannungsverteilung mit sechs Zündmodulen ersetzt die vorher verwendete Doppelzündung. Bei seiner Markteinführung war der Porsche 996 mit einem Hubraum von 3,4 Litern und einer Leistung von 300 PS ausgestattet.
Mit dem Modelljahr 2002 des Porsche 996 erfolgte eine Erhöhung des Hubraums auf 3,6 Liter und einer Leistungssteigerung auf 320 PS. Die Turboausführung mit 420 PS bei einem Hubraum von 3,6 Litern war mit je zwei Bi-Turbo-Ladern und Ladeluftkühlern versehen. Für den 996 Turbo wurde, ähnlich dem Porsche 993, eine Werksleistungssteigerung angeboten. Gegen Aufpreis war eine Version mit 450 PS zu erwerben.
Auch der Innenraum des Porsche 996 wurde einer vollständigen Überarbeitung unterzogen. Der Drehzahlmesser dominiert zwar nach wie vor die Instrumententafel, alle anderen vier Instrumente wurden aber neu positioniert und nur noch halbkreisförmig dargestellt. Zur besseren Lesbarkeit wurde die aktuelle Geschwindigkeit noch digital angezeigt. Die Mittelkonsole und die Türinnenverkleidungen des Porsche 996 erhielten ebenfalls ein neues Aussehen. Es wurde alles optisch aufeinander abgestimmt und angepasst. Gegenüber den Vorgängern wurden die Sitzelemente unwesentlich verändert. Durch diese Änderungen gewann der Porsche 996 mehr an Komfort und Alltagstauglichkeit. Als optionale Zusatzbausteine bot Porsche seinen Kunden beispielsweise ESP oder ein festeingebautes Navigationssystem an. Eine Klimaautomatik rundete die Angebote ab.
Als Jubiläumsmodelle brachte Porsche die „Millennium-Edition“ auf den Markt. Das Sondermodell war auf 911 Stück limitiert und basierte auf dem Modell Carrera 4. Ein Sonderlack und zahlreiche ausgefallene Ausstattungsmerkmale machten das Fahrzeug sehr schnell zu einem heiß begehrten Highlight des Hauses Porsche. Im Jahre 2003 folgte mit dem Jubiläumsmodell „40 Jahre-911“ ein weiteres Sahnestück. Es wurde auf der Basis des Porsche 996 Carrera hergestellt und 1963-mal produziert.
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