Roberto Cavalli Biografie
Der Designer und Modeschöpfer stammt aus der Toskana. Sein Vater arbeitete in einem Kohlebergwerk in Castelnuovo dei Sabbioni in der Nähe von Florenz. Im Rahmen einer Racheaktion der Wehrmacht wurde er gemeinsam mit 72 weiteren männlichen Dorfbewohnern am 4. Juli 1944 erschossen, so dass Cavalli ohne seinen Vater aufwuchs.
Vor allem durch Giuseppe Rossi, seinen Großvater mütterlicherseits, kam Roberto Cavalli schon früh mit Kunst ein Berührung. Rossi gehörte der Künstlergruppe "Macchiaoli" an, einige seiner Bilder hängen in den Uffizien, einem weltberühmten Kunstmuseum in Florenz. Cavalli selbst interessierte sich vor allem für den Zusammenhang von Malerei und Mode. In einer kleinen eigenen Druckerei studierte er verschiedene Materialien und versuchte sich an neuen Techniken.
Seine Experimente hatten ein eindrucksvolles Ergebnis: Er entwickelte ein Verfahren, mit dem sich Leder bedrucken lässt und erhielt darauf im Jahr 1970 ein Patent. Mit diesem Verfahren entwarf er eigene Patchwork-Arbeiten, die viele Modeexperten als Klassiker ansehen. Zudem präsentierte Cavalli im gleichen Jahr in Florenz und Mailand seine erste selbst entworfene Pret-a-porter-Kollektion, zwei Jahre später eröffnete er im französischen St. Tropez seine erste eigene Boutique.
Anfang bis Mitte der 70er Jahre machte sich Cavalli einen Namen als innovativer Designer, der mit seinem eigenen unverwechselbaren Stil und seiner schier unerschöpflichen Kreativität Trends setzte. Eine große Anzahl an Schauspielern und Sängern waren von seinen Entwürfen begeistert, dazu zählte unter anderem Brigitte Bardot. Ab 1990 feierte er nach einigen weniger erfolgreichen Jahren ein umjubeltes Comeback, vor allem Tierdrucke, die berühmten "Animal Prints", wurden als sein Markenzeichen wiederentdeckt. Darüber hinaus erweiterte er das unter seinem Namen verkaufte Sortiment um eine Männerlinie und eine Kinderkollektion und zeichnete zudem für Kosmetik, Accessoires und Wohndekoration verantwortlich.
Ein weiterer Meilenstein in Cavallis Karriere war die Modenschau des Wiener Life Balls im Jahr 2001, der größten europäischen Benefizveranstaltung zugunsten von Aids-Opfern und HIV-Infizierten. Einige Jahre später entwarf er für die "Spice Girls" die Bühnenoutfits für die Comeback-Tour der Gruppe. Im gleichen Jahr, 2007, verkaufte das schwedische Modehaus H&M die Kollektion "roberto cavalli @ H&M" in weltweit 200 Filialen. Sämtliche Stücke waren innerhalb von nur wenigen Stunden ausverkauft. Seine Zusammenarbeit mit dem eher als Billiganbieter bekannten Label H&M begründete er mit den Worten: "Die Zusammenarbeit mit H&M erlaubt mir, die Jugend zu beschenken, die das liebt, was ich tue."
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