Schlosshotel im Grunewald

Das heutige Schlosshotel im Grunewald zu Berlin wurde zwar erst im Jahr 1951 von einem Berliner Gastronomen eröffnet, die Geschichte des von ihm gepachteten Gebäudes reicht aber zurück in das Jahr 1912. Damals verlegte der Münchner Rechtsanwalt und Kunstsammler Walter von Pannwitz zusammen mit seiner Gattin Catalina, geb. Roth, seinen Wohnsitz nach Berlin und ließ sich von dem Münchner Architekten German Bestelmeyer auf einem Grundstück mit einer Fläche von 22 000 Quadratmetern ein Palais im Stil des spätbarocken Klassizismus erbauen.
Schlosshotel im Grunewald Berlin

Von Pannwitz hatte Catalina Roth, deren Familie in Argentinien große Ländereien besaß, als Mandantin kennengelernt, verliebte sich in sie und ließ sich nach 14jähriger Ehe von seiner ersten Frau scheiden. Walter von Pannwitz war ein erfolgreicher Anwalt, der in vielen großen Strafprozessen auftrat. So vertrat er auch Kaiser Wilhelm II. im Prozess gegen den Schriftsteller und Schauspieler Frank Wedekind, der antragsgemäß zu sechs Monaten Festungshaft wegen Majestätsbeleidigung verurteilt wurde. Nach einer Bauzeit von zwei Jahren bezog die Familie von Pannwitz Anfang des Jahres 1914 das für etwa fünf Millionen Goldmark errichtete Gebäude, einer für damalige Zeiten unvorstellbar hohen Summe.

Das Palais wurde bald zum Treffpunkt der Berliner Gesellschaft, auch Kaiser Wilhelm II. soll bis zu seiner Abdankung im Jahr regelmäßiger Besucher gewesen sein, Gerüchten zufolge galten diese aber der attraktiven Dame des Hauses. Nachdem der ehemalige deutsche Kaiser nach Holland ins Exil gegangen war, folgte ihm die Familie von Pannwitz und ließ sich auf Schloss Hartekamp bei Bennebroek nieder. Nach dem Tod von Walter von Pannwitz im Jahr 1920 stand das Palais im Grunewald fast 20 Jahre leer, seine Witwe verkaufte das Anwesen zu einem Preis in Höhe von 1,5 Millionen Reichsmark an das Deutsche Reich, das es dem Land Kroatien als Botschaft zur Verfügung stellte. Nach Beendigung des II. Weltkrieges beschlagnahmten die Briten das Palais, und betrieben darin ihren feudalen "Embassy Club".

1951 pachtete der erfolgreiche Gastronom Wolfgang Gerhus das Palais und eröffnete darin ein Hotel, das seinen Namen trug. Bis zu seinem Tod im Jahr 1984 liefen die Geschäfte glänzend, auf der Gästeliste fanden sich so prominente Namen wie Theodor Heuß, Konrad Adenauer, Gina Lollobrigida, Robert Kennedy und Romy Schneider, die hier gleich zwei Hochzeiten feierte. Danach erlebte das Hotel seinen wirtschaftlichen Niedergang und wurde 1991 vom Berliner Senat an fünf Familien verkauft. Das mittlerweile unter Denkmalschutz gestellte Palais wurde von diesen liebevoll und unter Mitwirkung von Karl Lagerfeld, der das Design erstellte, umgebaut und renoviert.

1994 erfolgte dann die Wiedereröffnung unter dem Namen Schlosshotel Vier Jahreszeiten, 1999 wurde es umbenannt in Schlosshotel Ritz-Carlton und ab 2002 war es als The Regent Schlosshotel Berlin bekannt. Seit 2004 trägt das Haus den Namen Schlosshotel im Grunewald, heute mit dem Zusatz Alma Berlin – Schlosshotel im Grunewald. Bei der Fußball-WM 2006 diente das Haus als Hauptquartier für das DFB-Team.

Das Hotel liegt an der Brahmsstraße und etwa 15 Fahrminuten vom Stadtzentrum entfernt. Seine 53 Zimmer luxuriös ausgestatteten Zimmer besitzen alle eine individuelle Note, zwei Restaurants und eine Bar sorgen für die Befriedigung kulinarischer Bedürfnisse. Die Kosten für eine Übernachtung betragen 239 €, das Frühstücksbuffet kostet 26 €. Eine Nacht in der Grand Kaisersuite, die 170 Quadratmeter Fläche besitzt, wird für 14 000 Euro angeboten. Dafür hat man aber auch einen großzügigen Blick in die Lobby und kann seine Reiseutensilien in Original Einbauschränken aus dem Jahre 1914 verstauen.

 

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