Das Volvo Ocean Race

Ein Wettlauf rund um den Globus, ungefähr 45.000 Kilometer auf den großen Weltmeeren – es ist eine echte Herkulesaufgabe, die das Volvo Ocean Race an seine Teilnehmer stellt.
Regatta

Wenn der Startschuss zum Volvo Ocean Race in Europa fällt, erwartet Boote und Crews die härteste Regatta des Segelsports: der Trip geht quer durch den Atlantik, führt um Afrika herum, durch den Südpazifik nach Amerika und schließlich wieder gen Europa. Mensch und Material werden auf zigtausend Seemeilen an ihre Grenzen gebracht, wenn Stürme mit Wellen hoch wie Mehrfamilienhäuser im Südpazifik warten, Eisberge und klirrende Kälte im südlichen Polarmeer die Mannschaften bedrohen oder sengende Hitze und Flaute vor Brasilien die Boote aufhalten. Gesegelt wird in mehreren Etappen, doch die Zielankunft, Monate später, gelingt selten allen Teilnehmern des Volvo Ocean Race, obwohl sich die Crews zur Elite des Segelsports zählen können und ihre Boote schwimmende High-Tech-Konstruktionen sind. Zur Teilnahme werden pro Team Investitionen von ungefähr 15-20 Millionen Euro aufgerufen, weswegen mittlerweile alle unter der Flagge großer Konzerne segeln, welche die Regatta für Marketingzwecke nutzen.

Der deutsche Profisegler Tony Kolb hat das Volvo Ocean Race einst mit der spektakulär-gefährlichen Rallye Paris-Dakar verglichen, nur eben auf dem Wasser. Und wie bei der materialmordenden Strapaze für Zwei- und Vierräder mussten auch beim Rennen auf den Weltmeeren schon einige Segler ihr Leben lassen, seit die Regatta in den 70er Jahren ins Leben gerufen wurde.

Die Anfänge

Am 08. September 1973 starteten im englischen Portsmouth erstmalig 17 Yachten zum Törn um den Erdball, den die Sailing Association der Royal Navy ins Leben gerufen hatte. Als Namensgeber für das damalige „The Whitbread Round the World Race“ konnte eine der größten englischen Brauereien, die Whitbread PLC, gewonnen werden. Die erste Reise führte über prominente Destinationen wie Kapstadt, Sydney sowie Rio de Janeiro wieder zurück nach Portsmouth und wurde standesgemäß 1974 von der Yacht „Great Britain II“ gewonnen. Das maritime Großereignis machte gleich zu Beginn mit dem Tod dreier Segler Schlagzeilen, was aber den grundsätzlichen Erfolg nur wenig trübte - Neuauflagen im Vierjahresrhythmus wurden etabliert.

Southampton wurde zum neuen Startort bestimmt und die Ankünfte wechselten zwischen den beiden Hafenstädten, während der Zeitrahmen mit Beginn im Herbst und Finish im Folgejahr konstant blieb. Während die Regatta immer mehr Prestige erlangte, trugen sich die verschiedensten Nationen in die Siegerliste ein und 1989/90 nahm erstmals ein reines Frauenteam am Rennen teil. Gleichzeitig wurde nach dieser Regatta die Einführung einer einheitlichen Bootsklasse beschlossen, da die Zeitunterschiede zwischen Großyachten mit entsprechender Segelfläche und kleineren Vertretern immer gravierender wurden.

Ein neuer Namensgeber und ein neues Zeitalter: Das Volvo Ocean Race

Beim Whitbread 1997/98 betrat zum ersten Mal der Automobilbauer Volvo die Sponsorenbühne des Rennens und fungierte zunächst als Namensgeber des Siegerpokals. Seit der Folgeregatta 2001/02 übernahmen die Schweden dann exklusiv das Sponsoring und das Volvo Ocean Race war geboren, welches mit dem ersten Sieg eines deutschen Bootes, der „Illbruck“, endete.

Gleichzeitig mit den stetig wachsenden technischen Revolutionen bei den Booten stieg in den letzten Jahren auch die mediale Aufmerksamkeit für das Ereignis und entsprechende Modifikationen wurden eingeführt: die Startorte wechseln mittlerweile quer durch Europa, in einigen Häfen werden zusätzliche „In-Port-Races“ veranstaltet und seit 2005/06 findet das Rennen im Abstand von drei Jahren statt. Für die Regatta 2011/12 laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren und die Spannungskurve bei den Segelfans steigt an, denn eine Konstante werden alle Volvo Ocean Races behalten: sie bleiben das größte und schwierigste Sportspektakel auf dem Wasser.

Für das Volvo Ocean Race 2011/2012  soll der Start in Alicante (Spanien) erfolgen. Als erster Stopp ist Kapstadt bekannt. Bei der Rückkehr nach Europa soll Lissabon  als erstes angelaufen werden, gefolgt von Lorient in Frankreich.

disabledblock

 

disabledblock