Wohnen wird zunehmend männlich!
Männer sind heute nicht weniger Stil und Design begeistert als die Frauenwelt. Alte Klischees, wie unordentliche Behausungen und chaotisches Wohnen haben ein Ende. Warum nicht auch für Möbel? Denn ein guter Geschmack ist sicherlich keine Frage des Geschlechts.
Funktionalität und Design
Ein neues Bewusstsein für die eigenen vier Wände und die eigene Wohnung ist in der Männerwelt angekommen. Und das soll nicht nur die Frauen beeindrucken, sondern auch die Kollegen und Sockerfreunde.
Deswegen werden nicht einfach nur Flachbildfernseher auf irgendeinen 0815 Tisch aufgestellt, sondern es wird eine Qual der Wahl, zwischen diversen Funktionalitäten und Designs sich entscheiden zu müssen. Aber die lassen sich perfekt miteinander vereinen, denn neben der Optik zählen in erster Linie die funktionellen und praktischen Aspekte beim Thema Wohnen. So weiblich war Mann noch nie. Die Sprecherin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie Ursula Geismann ist begeistert von der Welle der neuen Männer. Aber das mittlerweile immer mehr Männer Möbel einkaufen, liegt zum einen an der steigenden Anzahl von Single-Haushalten, zum anderen aber auch an dem Wandel im Rollenverständnis. Die Interessen des modernen Mannes liegen vor allem im schönen zu Hause. Denn wo verbringt er sonst seine Zeit, nach einem anstrengenden Arbeitstag? Im Vordergrund stehen für ihn vor allem Funktionalität, hochwertige Verarbeitung und kleine technische Rafinessen bei Möbeln. Und auch hier steht der Designer und Hersteller im Vordergrund. „So wie bei Werkzeug, Autos oder Motorrädern, Kleidung und Uhren, bevorzugen Männer auch bei Möbeln die bestimmte Marke“, weiß Ursula Geismann. Denn auch diese Objekte, die für das zu Hause gedacht sind, stellen ein Status- und Repräsentationssymbol dar, daher sollen die typischen Männermöbel wie die Schreibtischlampe, der Bürostuhl und natürlich der Sessel gerne mal teurer, luxuriöser und exklusiver sein. Denn der Mann von heute will zeigen was er hat!
Zu den beliebten Objekten gehören beispielsweise der „Barcelona Sessel“ von Ludwig Mies van der Rohe oder der „Lounge Chair“ der Designer Charles und Ray Eames.
Können Männer überhaupt eine Wohnung einrichten?
Leider wurde nicht jedem Mann die Gabe in die Wiege gelegt, ein Auge oder Gefühl fürs “richtige Einrichten” zu haben.Dabei unterscheidet man zwischen zwei Männer-Sünden: Zum einen, wenn Männer ihre Wohnung immer noch so eingerichtet haben, wie in ihren Studenten- bzw. Junggesellenzeiten, obwohl sich der Beruf, die Kleidung, und das Auto verändert haben, blieb die Wohnung auf der Strecke. Eine gewisse Unreife, die er damit zeigt. Genauso, wie komplett durchgestylte Designerwohnungen, die wenig Persönlichkeit versprühen. Alles hier ist perfekt aufeinander abgestimmt und die Wohnung ist wie aus dem Ei gepellt.Dies wirkt etwas Charakterentfremdet,da die Persönlichkeit des Besitzers nicht wiedergespiegelt werden kann. Aber wer weiß, villeicht wollen die Männer das auch genau so haben. Mysteriös und Unantastbar sein…
Technik: Ein Muss für des Mannes Publikum!!
Dennoch herrscht, nach Geismann, ein allgemeiner Trend nach Sicherheit und Geborgenheit. Dieses aktuelle Phänomen nennt sich„Homing“und hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht, laut Aussage der VDm Sprecherin.
Wohlfühlen und Abschalten fängt für den Mann im gemütlichen Wohnzimmer vor dem Fernseher an. Deswegen muss das Wohnzimmer Medialisiert werden. Ein großes, überdimensionales Regal mit vielen CDs, DVDs und Schallplatten, soll Freunden und Bekannten stolz präsentiert werden können. Natürlich darf dabei die neueste Heimkinoanlage mit DVD-Player, Flachbildschirm und imposantem Lautsprechersystem in einem typischen Männerwohnzimmer nicht fehlen. Aber es bleibt nich nur beim Wohnzimmer.Sogar die Küche, die sonst als Abstellraum gedient hat, erlangt ihre Funktion wieder zurück. Denn zunehmend interessieren sich die Männer auch für Küchenausstattungen. Das liegt bestimmt auch mit dadran, dass die neuen Trends zur Gastfreundlicheren Kultur übergehen und das es immer mehr Hightech-Extras für die Küche zu kaufen gibt.Vor allem aber, sind die modernen Männern nun auch selber am Herd und zaubern das eine oder andere Hauptmenü. In der Küche kann sich Mann ordentlich austoben. Denn jeder Gegenstand hat einen praktischen Nutzen und eine tolle Küche beeindruckt die Gäste!
Der Mann als neue Zielgruppe
Solche Accessoires wie Bilder, Blumen und Kerzen sind aber weiterhin nur Highlights von Frauen. Weniger männlich und somit eher Frauensache.
Deshalb sind Männer-Wohnungen im Durchschnitt eher minimalistisch eingerichtet. Und dieser Trend ist nicht nur in Deutschland angekommen, sondern auch bei der Schweizer Interior Designerin Sue Rohrer: „Während Frauen viele Dinge eher verstecken möchten, wollen Männer möglichst viel zeigen, um andere, speziell ihre Freunde, damit zu beeindrucken.“
An nichts wird gespart, wenn es dazu dient andere zu beeindrucken. Sei es sogar moderner Kunst, die Halogen- oder LEDleuchten, Unterhaltungselektronik oder Tische und Stühle. Dennoch lassen sich die Herren der Schöpfung nicht gerne sagen, was sie tun und zu lassen haben. Deswegen wird die professioneller Beratung beim Einrichten noch immer nicht von Männern genutzt. Die Schweizerin, die zu den weltweit führenden Einrichtungsprofis zählt, beschwert sich darüber, dass Einrichten nach wie vor für viele Männer ein Frauenbusiness sei, weshalb sie der Mutter oder Freundin häufig freie Hand lassen. Ein Grund dafür ist auch, dass man in vielen Männermagazinen zwar feste Rubriken zu Mode, Design und Technik findet, an konkreten Tipps zum Wohnen und zur Einrichtung der eigenen vier Wände mangelt es eher. Eine echte Marktlücke, denn immerhin interessieren sich heute laut VDM bereits sieben von zehn Männern für Wohnen und Einrichten. So groß war das Interesse der Männer an diesem Bereich noch nie.
Der moderne Mann: Also ein großes Käuferpotenzial für den deutschen Möbelfachhandel! Praktische Aspekte, Funktionalität, Marken und Design spielen für Männer beim Thema Wohnen eine entscheidende Rolle.
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