Lena gewinnt den Eurovision Song Contest

Die 19Jährige Lena Meyer-Landrut wurde in Hannover geboren, wo sie bis zum Ende der 10. Klasse ein Gymnasium besuchte und derzeit an ihrem Abitur an der Gesamtschule arbeitet. Schon als Kind entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Tanzen und bekam seit ihrem 5. Lebensjahr Tanzunterricht, wurde allerdings nie gesanglich ausgebildet.

Daher bewarb sie sich eher auf gut Glück bei der von ARD und Pro 7 gemeinsam ins Leben gerufenen Sendung „Unser Star für Oslo“, Stefan Raabs Talentsuche für den Eurovision Song Contest. Denn wie Gesangs- und Entertainmentprofis ihr Talent einschätzen würden, konnte sie sich überhaupt nicht vorstellen. Lenas natürliche Ausstrahlung, ihr mitreißender Tanzstil und die enorme jugendliche Power brachten ihr schnell alle Sympathiepunkte ein, und für überzeugende gesangliche Darbietungen anspruchsvoller Soul- und Jazz-Songs etwa von Adele und Kate Nas erntete sie sogar von erfahrenen Showgrößen Respekt.

Bereits vor dem Finale am 12. März 2010 galt Lena als Favoritin vor Mitkandidatin Jennifer Braun, nach ihrem Sieg wurde sie in Deutschland über Nacht zum Star und konnte in den kommenden zwei Wochen die Singles „Satellite“, „Bee“ und „Love me“ gleichzeitig in den Top 5 der deutschen Charts platzieren. Damit stand ihre Teilnahme für Deutschland beim Eurovision Song Contest fest, und die eigentliche Arbeit für sie und ihren Entdecker Stefan Raab begann erst.

Seit Guildo Horns denkwürdigem Auftritt 1998 mit „Guildo hat euch lieb“, einem Song, der von dem ominösen „Alf Igel“ alias Stefan Raab geschrieben worden war, fand dieser deutsche Showmaster immer wieder neue Wege zum Grand Prix. Nachdem er auch noch selbst als Sänger mit "Wadde hadde dudde da?" im Jahr 2000 einen ehrenvollen 5. Platz belegt hatte, stand seine Kompetenz als deutscher Grand Prix-Manager und legitimer Nachfolger Ralf Siegels als Songlieferant endgültig fest. Mit dem ersten von ihm entwickelten Sendeformat „Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“ hielt er 2003 Ausschau nach einem geeigneten Kandidaten und fand Max Mutzke, den er immerhin auf Platz 8 brachte.

Auf Stefan Raabs Initiative taten sich schließlich die beiden Sender ARD und Pro 7 zusammen, um mit vereinten Kräften nach vielen Jahren der Dürre seit dem einzigen deutschen Sieg von Nicole im Jahr 1982 wieder einen Grand-Prix-Sieg für Deutschland einzufahren. Stefan Raab coachte seit dem Finale der Sendung Lena von einem Termin zum nächsten, erkor sie zum Dauergast in seiner Sendung „TV Total“ und folgte ihr natürlich mit einem provisorischen Studio nach Oslo zu allen Presseauftritten in den anstrengenden Tagen vor dem großen Event.

Am lange erwarteten Entscheidungstag, dem 29. Mai, begann die ARD-Vorberichterstattung um 20.15 Uhr, geschätzte 120 Millionen Zuschauer hielten an den Bildschirmen den Blick gen Oslo gerichtet. Bis zu ihrem Auftritt unter Startnummer 22 von 25 Teilnehmern musste Lena, zwischendurch zusammen mit Stefan Raab live zu den ARD-Moderatoren an der Hamburger Reeperbahn geschaltet, noch einige Zeit ihr Lampenfieber unter Kontrolle halten, was ihr professionell gelang. Ebenso erstaunlich lässig und authentisch wie sie sich bei ihren offiziellen Auftritten der vorangegangenen Wochen gezeigt hatte, trat sie mit dem Song „Satellite“ auf die Bühne. Sound, Outfit, Gesang, Tanzeinlagen- alles lief im richtigen Moment perfekt, und die Stimmung im Saal näherte sich dem Höhepunkt. Die anschließende Entscheidung blieb nicht allzu lange spannend, nach einigen verlesenen Ergebnissen der jeweils drei höchsten Bewertungen war Lena bereits nicht mehr einzuholen. Ihr gelang nach 28 Jahren der zweite Sieg für Deutschland mit 246 Punkten Vorsprung vor der zweitplatzierten Türkei.

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